UNITI e.V.

Portrait

Der heutige UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. wurde am 1. Juli 1947 unter dem Namen UNITI Vereinigung deutscher Kraftstoffgroßhändler e.V. gegründet. Genau gesehen war es eine Wiedergründung, da es schon seit 1927 einen Vorgänger – die „Uniti" Vereinigung deutscher unabhängiger Betriebsstoff- und Mineralölimporteure – gegeben hat. Im Jahr 1935 in „Uniti" Vereinigung deutscher Betriebsstoffgroßhändler e.V. umbenannt, wurde der Verband nach Einführung der Mineralölbewirtschaftung zu Beginn des 2. Weltkriegs aufgelöst.

Ursprünglich nur mit der Bearbeitung von Kraftstoffangelegenheiten befasst, dehnte die UNITI ihre Tätigkeit bereits in den 1950er Jahren auf Heizöl aus, dessen Bedeutung als Wärmeenergieträger damals immer mehr zuzunehmen begann. Am Anfang der 1970er Jahre wurde eine Mitgliederbetreuung auch auf dem Gebiet der Schmierstoffe und in Fragen der Mineralöl-Anwendungstechnik notwendig. Ab 1977 kam es zu einer Intensivierung dieser Aktivitäten, als im Zuge der Auflösung des damals für den Schmierstoffsektor zuständigen Fachverbandes zahlreiche marktstarke mittelständische Schmierstoffanbieter zur UNITI stießen.

Seit dem 1. Januar 2009 sind der UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. (UNITI) und der Gesamtverband des deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels e.V. (gdbm) auf Bundesebene gemeinsam organisiert, wobei der Zusammenschluss der beiden Verbände zur „UNITI" nichts an der regionalen Verbandsstruktur des Brennstoff- und Mineralölhandels ändert. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2009 hat der neue, gewachsene Verband seine Arbeit in Berlin aufgenommen und bündelt nunmehr Kompetenzen in den Bereichen Brennstoffe, Kraftstoffe, Schmierstoffe und Additive sowie der Tankstelle. Stärker als bisher spiegelt das Erscheinungsbild des Verbandes die Produktbandbreite an Mineralölprodukten, die – dem Satzungsauftrag entsprechend – die „Förderung und den Schutz der gemeinsamen Belange beruflicher, wirtschaftlicher und fachlicher Art der Mitglieder" zum Inhalt hat.

Im mittelständischen Bereich ist die UNITI heute die einzige sowohl für Kraft- und Schmierstoffe als auch für Heizöle zuständige berufsständische Vertretung; sie repräsentiert etwa 90 Prozent des organisierten Mineralölmittelstandes. Sie vertritt die Interessen von 1700 Mineralölunternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsschwerpunkten, die ihre Produkte sowohl im Rahmen eines umfangreichen Verbraucher- und Wiederverkäufer- bzw. Großhandelsgeschäfts als auch an ca. 4.850 Straßentankstellen (ca. 34% des deutschen Straßentankstellenmarktes) und an über 70 Bundesautobahntankstellen vertreiben, und zwar sowohl unter bundesweit vertretenen, als auch zahlreichen Marken von regionaler Bedeutung. Zur UNITI gehören auch die meisten unabhängigen Schmierstoffhersteller und -händler der Bundesrepublik - deren Marktanteil aktuell bei ca. 50 Prozent liegt. Die UNITI repräsentiert weiterhin einen Großteil der mittelständischen Produzenten und Vertreiber von Additiven – zwei Firmengruppen, die insofern unentbehrliche Partner der Industrie sind, als sie deren spezielle Anforderungen an Kraft-, Brenn- und Schmierstoffe mit ihren breiten und differenzierten Produktpaletten optimal zu erfüllen in der Lage sind. Im Bereich des Wärmemarktes, d. h. im Handel mit Heizöl und festen Brennstoffen, decken unsere Mitgliedsunternehmen gut 80 Prozent des Endkundengeschäftes. Verbunden sind alle diese Unternehmen durch das gemeinsame Band ihres mittelständischen Charakters.

Von den UNITI-Mitgliedern werden unmittelbar rund 10.200 Arbeitnehmer beschäftigt. Bezieht man die diesen Firmen verbundenen Unternehmen mit ein („Firmengruppen"), dann liegt die Beschäftigtenzahl bei etwa 16.700. Einschließlich der Stationäre der 4.850 Straßentankstellen und ihres Personals dürften in der UNITI-Gruppe insgesamt etwa 60.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unmittelbar und mittelbar beschäftigt sein. Der Gesamtumsatz dieser Firmen einschließlich Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer liegt in einer Größenordnung von 31 Milliarden Euro.

Organisation

Die Mitglieder der UNITI, die in ihrer Gesamtheit (Mitgliederversammlung) das oberste Organ des Verbandes bilden, sind in vereinsrechtlich unselbständigen Bezirksgruppen zusammengefasst. An ihrer Spitze steht ein gewählter Obmann, dessen Aufgabe es ist, Vorstand und Geschäftsführung über die Verhältnisse seines Bezirks sowie über die Belange der dortigen Mitglieder unterrichtet zu halten. Die Obleute und die Landesverbände der Regionalvertretungen des Wärmemarkts bilden den Beirat, der dem Vorstand beratend zur Seite steht. Dieser setzt sich aus dem Vorsitzenden und bis zu sechs weiteren Mitgliedern zusammen. Die laufenden Geschäfte des Verbandes, dessen Sitz nach der Wiedergründung Hamburg war, und die Verwaltung des Verbandsvermögens nimmt satzungsgemäß der Hauptgeschäftsführer wahr.


Die Betreuung der Verbandsmitglieder in Fragen der Kraft-, Brenn- und Schmierstofftechnik erfolgt durch die UNITI-Mineralöltechnologie GmbH, díe im Jahre 1972 als Beratungsgesellschaft für Mineralöl-Anwendungstechnik mbH gegründet wurde und rechtlich selbständig geführt wird. Alleiniger Gesellschafter dieser Institution ist der Verband. Hauptaufgabe der UNITI-Mineralöltechnologie GmbH ist die Beratung der UNITI-Firmen in allen einschlägigen Fragen der Mineralöl-Anwendungstechnik. Sie hält außerdem Lehrgänge, Seminare und eine Fachtagung ab und gibt Schmierstofftabellen und andere Fachliteratur sowie die monatlich erscheinende Fachzeitschrift „mineralöltechnik" heraus.


Die UNITI gehört darüber hinaus einer Vielzahl von Ausschüssen und Fachgremien an. Auf europäischer Ebene vertritt sie die Interessen der mittelständischen Kraftstoff-, Heizöl- und Schmierstoffunternehmen über die Union Pétrolière Européenne Indépendante (UPEI), Paris, bzw. die Union Européenne des Indépendants en Lubrifiants (UEIL), Brüssel, sowie über die European Conference of Fuel Distributors (ECFD), Brüssel.


Aufgaben

Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit zum wiederholten Male die bestehende Wettbewerbsstruktur positiv gewürdigt, weil sie „bisher für eine im Vergleich zu anderen europäischen Ländern preisgünstigere Versorgung des deutschen Verbrauchers gesorgt" hat. Sie halte „daher an dem Ziel einer ausgewogenen und leistungsfähigen Struktur des deutschen Mineralölmarktes mit einer Vielzahl von Anbietern fest". Mit dieser Konzeption, die vom Mineralölmittelstand voll mitgetragen wird, ist allerdings die in den letzten Jahren immer stärker gewordene Beeinträchtigung des Wettbewerbs durch Maßnahmen der Politik nicht zu vereinbaren. Die UNITI steht auf dem Standpunkt, dass der Mineralölmittelstand einen fairen und leistungsgerechten Wettbewerb beanspruchen kann, für dessen Rahmenbedingungen der Staat zu sorgen hat. Dazu gehört, dass Parlament und Regierung bei allen die Mineralölwirtschaft tangierenden Entscheidungen immer auch auf die wettbewerblichen Auswirkungen zu achten haben und bemüht sein müssen, negative Folgen weitestgehend zu neutralisieren. Nach Auffassung der UNITI darf es keinesfalls dazu kommen, dass die allein schon aus ihrer Größe heraus über Strukturvorteile verfügenden Mineralölkonzerne auch noch durch z.B. umweltpolitische Vorhaben indirekt „bevorzugt" werden, weil deren Verwirklichung oder Nichtverwirklichung letztlich eine Frage der Kapitalkraft ist.

Der Verband sieht es demgemäß als seine Hauptaufgabe an, sich für die Wettbewerbsneutralität aller Maßnahmen auf den für die Mineralölwirtschaft relevanten Politikfeldern einzusetzen, weil nur unter dieser Voraussetzung die bestehende Angebots- bzw. Wettbewerbsstruktur auf Dauer gesichert werden kann. Zu den weiteren Aufgaben der UNITI gehören, wie in anderen Organisationen auch, die eher traditionellen Bereiche Beratung und Information der Mitglieder in allen einschlägigen Angelegenheiten, Vertretung ihrer speziellen Interessen gegenüber Politik und Verwaltung, Aufklärung der Öffentlichkeit über Funktion und Bedeutung der mittelständischen Mineralölunternehmen usw. Ein umfangreicher Rundschreibendienst sowie das von der UNITI mit herausgegebene und monatlich erscheinende Fachmagazin "Brennstoffspiegel und mineralölrundschau" spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Tätigkeit der Geschäftsführung wird in einigen Bereichen von Ausschüssen unterstützt, in denen jeweils interessierte Mitgliedsfirmen mitarbeiten. Zu nennen sind hier insbesondere der Schmierstoffausschuss, der die gesamte Sacharbeit des Verbandes in diesem Bereich steuert, die Ausschüsse für Logistik und für Technik, der Additiv-Arbeitskreis, der Ausschuss für alternative Energien. Zum 01.01.2009 haben folgende Arbeitskreise/Ausschüsse ihre Tätigkeit neu aufgenommen: Arbeitskreis „UNITI - IWO“, Arbeitskreis „Mitteldestillathandel“, Ausschuss „Flüssige Brennstoffe“, der Ausschuss „Feste Brennstoffe“ sowie der Arbeitskreis „Pelletshandel“. Wichtige Aspekte der Arbeit dieser Ausschüsse fließen in die Referate auf den jährlichen Wintertagungen der UNITI ein, welche sich zu einer geschätzten Plattform für einen zwanglosen und gleichzeitig intensiven Meinungsaustausch zwischen Vertretern der Mineralölindustrie und des Mineralölhandels entwickelt haben.

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