Thema 6

Klimaschutzlösungen im Straßenverkehr müssen weltweit funktionieren

Elektromobilität weltweit

Der internationale Klimaschutz stellt eine globale Herausforderung dar, die einer globalen Lösung bedarf, die überall auf der Welt funktioniert. Im Straßenverkehr ist es die Elektromobilität, die bislang in Teilen der Politik als alleinige Lösung für das Erreichen der Klimaneutralität präferiert wird.

In aktuellen Analysen des derzeitigen Sachstandes zeigt sich jedoch, dass abgesehen von zu wenig Grünstrom, die europäische und globale Durchsetzung der batterieelektrischen Mobilität Wunschdenken ist:

  • Rund 99,5 Prozent aller Kraftfahrzeuge werden weltweit von Verbrennungsmotoren angetrieben, die batteriebetriebene Elektromobilität spielt global betrachtet bislang keine Rolle.
  • Nur etwa 0,5 Prozent der rund 1,3 Mrd. Kraftfahrzeuge weltweit sind reine batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEV), 99,5 Prozent verfügen dagegen über einen Verbrennungsmotor.
  • Selbst in wirtschaftlich entwickelten Ländern hat die E-Mobilität nur eine geringe Bedeutung. So liegt der Anteil der Elektrofahrzeuge in der EU bei 0,5 Prozent, in den USA bei 0,8 Prozent (ohne Pick-up-Pkw/-Lkw) und in China bei 1,2 Prozent. In diesen drei Märkten werden 90 Prozent der Batterie-Elektroautos weltweit abgesetzt.

Elektromobilität in Europa

Auch in der Europäischen Union ist die batterieelektrische Mobilität entgegen euphorischer Medienberichte über stark steigende Zulassungszahlen eine technologische Randerscheinung:

  • In den 27 EU-Mitgliedsstaaten gibt es rund 249 Mio. Pkw, nur rund 0,5 Prozent davon werden rein batterieelektrisch (BEV) angetrieben. 99,5 Prozent der Pkw haben einen Verbrennungsmotor.
  • BEV spielen ausschließlich in den wirtschaftlich starken Staaten Nord- und Mitteleuropas eine Rolle mit mehr als 0,5 Prozent Anteil am Pkw-Bestand: In nur 11 von 27 EU-Mitgliedsstaaten liegt der Anteil von rein batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen (BEV) im Bestand höher als 0,5 Prozent. Nur die wohlhabenden Länder Niederlande, Schweden und Dänemark schaffen den Sprung über die Ein-Prozent-Marke. In wirtschaftlich schwächeren Staaten Süd- und Osteuropas tendiert der Anteil der BEV gegen Null. Darunter fallen auch bevölkerungsreiche Länder wie Spanien, Italien und Polen.
  • Rund 70 Prozent der in der EU öffentlich zugänglichen Ladesäulen befinden sich in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. Gerade in großen Flächenstaaten Süd- und Osteuropas ist nahezu keine Ladeinfrastruktur vorhanden. Der Aufbau eines Netzes an öffentlich zugänglichen Ladesäulen, der viele Mrd. Euro kosten würde, würde diese Länder wirtschaftlich überfordern.

Europa droht damit, in unterschiedlich weit entwickelte Antriebsgebiete zu zerfallen:

Denn gerade in den vielen Staaten Süd- und Osteuropas, die wirtschaftlich schwächer als die wenigen vergleichsweise wohlhabenden Staaten im Norden und in der Mitte der EU aufgestellt sind, scheint es fraglich, ob sich die Menschen ein E-Auto leisten können oder auch ein ausreichendes Netz an öffentlich zugänglichen Ladesäulen aufgebaut werden kann.

Angesichts dessen sollte es also vor allem darum gehen, Verbrennungsmotorenrasch klimaneutral zu machen. Die auf EU-Ebene nun angestoßene Diskussion über einen möglichen faktischen „Verbrenner- Ausstieg“ ist nicht zielführend, denn nicht die Antriebstechnologie entscheidet über die Klimafreundlichkeit eines Fahrzeugs, sondern die Art des Kraftstoffs und die genutzte Antriebsenergie.

Mit Hilfe synthetischer Kraftstoffe, so genannter E-Fuels, die mittels grünen Stroms aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid gewonnen werden, können sämtliche Verbrenner CO₂-neutral betrieben werden.

E-Fuels bieten die Möglichkeit,

  • fossile Kraftstoffe vollständig zu ersetzen,
  • Verbrennungsmotoren in knapp 248 Mio. Kraftfahrzeugen in der EU und in weltweit rund 1,3 Mrd. Kraftfahrzeugen ohne technische Anpassungen oder Umrüstungen klimaneutral anzutreiben, und damit
  • die CO₂-Emissionen des globalen Straßenverkehrs weltweit zu reduzieren.
  • Mit E-Fuels könnten auch Autofahrer in den wirtschaftlich schwächeren Staaten der EU die Möglichkeit zur bezahlbaren individuellen Automobilität behalten und dabei einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gleichzeitig würden die Haushalte der Länder entlastet, denn der Aufbau einer teuren Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität wäre damit unnötig.

UNITI fordert

E-Fuels sind die globale Lösung für eine globale Herausforderung. Deutsche Klimaschutzpolitik muss daher technologieoffen gestaltet werden und eine deutlich stärkere internationale Ausrichtung nehmen!