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Tankstellen in Deutschland stellen sich wirtschaftlich immer breiter auf

Den für die Zukunft prognostizierten Rückgang des Kraftstoffabsatzes managen die Tankstellen in Deutschland gezielt mit dem Ausbau anderer Produkt- und Servicefelder wie dem Shopgeschäft oder der Autowäsche, so das Ergebnis der aktuellen UNITI-Jahreserhebung, die anlässlich des UNITI Mobility Payment Forums am 14./15. Januar 2026 in Hamburg vorgestellt wurde. Kraftstoffe bleiben dennoch weiterhin ein wichtiges Geschäftsfeld. So lag der Absatz von Ottokraftstoffen an Straßentankstellen im vergangenen Jahr auf dem höchsten Stand seit 2019, während Dieselkraftstoffe weniger gefragt waren als zuvor.

UNITI-Erhebung als Standortbestimmung für Tankstellen und damit verbundene Paymentvorgänge
Die UNITI-Jahreserhebung gilt als eine der wichtigsten Standortbestimmungen für die Tankstellen in Deutschland und damit verbundene Paymentvorgänge. Die aktuellen Ergebnisse bildeten den Auftakt des Mobility Payment Forums 2026 und wurden von Jens Stolte, Inhaber des Mitausrichters stolte consult, vorgestellt. Die Daten stehen für 12.868 Tankstellen und repräsentieren damit mehr als 90 Prozent des deutschen Tankstellenmarktes.

„Branche gestaltet Wandel im Markt mit klugem und kreativem Unternehmertum“
Wenngleich durch den weiteren Hochlauf der Elektromobilität mittel- und langfristig mit einem Rückgang des Kraftstoffabsatzes gerechnet wird, so ist dieser in den letzten fünf Jahren insgesamt weitgehend stabil geblieben. Ottokraftstoffe haben im vergangenen Jahr Dieselkraftstoffe an öffentlichen Straßentankstellen im Absatzvolumen überholt, was vor allem auf eine schrumpfende Bedeutung von Dieselantrieben im Pkw-Bereich zurückzuführen ist. „Es ist notwendig, die absehbar weiterhin große Nachfrage nach Flüssigkraftstoffen mit klimafreundlichen Alternativen wie grünstrombasierten E-Fuels, HVO-Diesel oder Bio-LNG zu bedienen. Für deren breiten Markthochlauf fehlen weiterhin entscheidende politische Weichenstellungen in Deutschland und in der EU“, so UNITIHauptgeschäftsführer Elmar Kühn. Die Elektromobilität stellt dagegen an vielen Stationen weiterhin kein tragfähiges Geschäftsmodell dar, obwohl die Unternehmen hier fortgesetzt investieren und mittlerweile mehr als 9.600 Schnellladepunkte an Tankstellen installiert haben, die E-Autofahrern ein Premiumumfeld beim Laden bieten. So lag die durchschnittliche Zahl der Ladevorgänge je Ladepunkt gemäß der UNITI-Jahreserhebung in 2025 bei 3,12 und damit zwar deutlich höher als im vorletzten Jahr (2024: 1,9) aber immer noch weit unterhalb dessen, was betriebswirtschaftlich wünschenswert wäre. Deutlich mehr wirtschaftliche Dynamik bieten die Wachstumsbereiche Shop & Convenience und Carwash, die mit attraktiven Konzepten und innovativen Angeboten zu immer wichtigeren Umsatzund Ertragsbringern für die Betriebe des Tankstellenmarktes werden. „Unsere Branche gestaltet die Phase des Wandels im Markt mit klugem und kreativem Unternehmertum. Für die Wirtschaftlichkeit der Stationen wird dabei zunehmend die Kundenbindung zu einem entscheidenden Kriterium“, so UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn.

Bedeutung von Bargeldzahlungen an Tankstellen nimmt stetig ab, Debitkarten legen zu
Die im Rahmen der UNITI-Jahreserhebung erfassten Anteile der Zahlungsarten an Tankstellen zeigten für 2025 nur wenig Änderungen zum Vergleichsjahr 2024. Die seit vielen Jahren zu beobachtende zurückgehende Bedeutung des Bargelds bei den Zahlungsvorgängen hielt weiter an (24,3 % in 2025 zu 24,6 % in 2024), während die Debitkarten erneut leicht zulegen konnten (45,8 % in 2025 zu 44,8 % in 2024).

UNITI Mobility Payment Forum: Spitzentreffen der Energie-, Mobilitäts- und Zahlungswirtschaft
Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitierten am 14./15. Januar in Hamburg im Rahmen des UNITI Mobility Payment Forums von inspirierenden Keynotes, praxisorientierten Panels und interaktiven Workshops. Unter dem Leitmotiv „Mobility and Payment meet AI“ diskutierten führende Köpfe der Energie-, Mobilitäts- und Zahlungswirtschaft u.a. Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz im Zusammenspiel mit Infrastruktur, Daten und Regulierung. Dabei zeigte sich, wie intelligente Systeme an der Tankstelle dazu beitragen können, Abläufe zu optimieren, Ressourcen gezielter einzusetzen und neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen. „KI wird den Mobilitäts- und Paymentsektor verändern – von automatisierten Prozessen über personalisierte Kundenerlebnisse bis hin zu neuen Geschäftsmodellen. Unser diesjähriges Forum hat den Unternehmen dafür anschauliche und praxistaugliche Orientierung geboten“, so UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn.